Ingenieurmethoden im Brandschutznachweis

Feuerwehr Frankfurt - Vorbeugender Brandschutz

Moderne Bauvorhaben mit innovativer Architektur und Gebäudedesign lassen sich häufig nicht allein auf Basis von Erfahrungswerten und deskriptiven Bauvorschriften realisieren.

Gemäß § 3 Abs. 3 der Hessischen Bauordnung (HBO) kann von Technischen Baubestimmungen abgewichen werden, wenn mit einer anderen Lösung in gleichem Maße die allgemeinen Anforderungen an bauliche Anlagen gemäß § 3 Abs. 1 HBO erfüllt werden. Von der baulichen Anlage darf also auch bei Abweichung von den bestehenden Bauvorschriften keine Gefahr für die öffentlichen Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen ausgehen.

Zum Nachweis jener Gleichwertigkeit kommen im Rahmen von Brandschutznachweisen oder Gutachten immer häufiger Brandschutzingenieurmethoden zur Anwendung. Durch die Anwendung von wissenschaftlichen und praxisorientierten Ingenieurmethoden kann das geforderte Schutz- und Sicherheitsniveau rechnerisch nachvollziehbar belegt werden. Bauordnungsrechtliche Anforderungen, welche aufgrund einer komplizierten Gebäudestruktur nicht eingehalten werden können (z. B. die Ausführung der Rauchableitung) werden auf diese Weise kompensiert.

Diese Art Nachweis wird zunehmend häufiger mit Hilfe aufwändiger Computersimulationsprogramme erbracht. Werden Abweichungen und Erleichterungen in den Brandschutznachweis miteinbezogen, ohne die Sicherheit für Gebäude und Nutzer zu gefährden, so führt dies zu einem sogenannten „leistungsorientierten Brandschutznachweis“.

Die Branddirektion Frankfurt am Main versteht sich als moderne Brandschutzdienststelle und steht der Verwendung leistungsorientierter Brandschutznachweise offen gegenüber.
Sofern die Berechnungsgrundlagen transparent und nachvollziehbar gestaltet sind, steht der Anerkennung eines Brandschutznachweises auf Basis moderner Ingenieurmethoden unsererseits nichts im Wege.

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