Mit dem BBK in Tunesien

Schutz und Rettung von Menschen
Zivile Krisenprävention in Tunesien

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Waldbrandübung im Gouvernorat Kef. Quelle: BBK

Die Revolution im Jahr 2010/ 2011 führte zu einem politischen Umbruch in Tunesien. Die Bundesregierung unterstützt das Land bei seinem demokratischen und rechtstaatlichen Wandel. Der Schutz der Bevölkerung als ureigene Aufgabe des Staates ist die Grundlage für Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität. Große Schadensereignisse und (Natur-) Katastrophen können gerade im Umbruch befindliche Gesellschaften empfindlich treffen. Ein funktionsfähiges ziviles Hilfeleistungssystem trägt dazu bei, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern, Aufschwung zu ermöglichen und das Vertrauen in den eigenen Staat zu festigen. Aus diesem Grund unterstützt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Ausbau von Fähigkeiten im Krisenmanagement und eine bedarfsgerechte Ausstattung von Einsatzkräften des Katastrophenschutzes.

Vor diesem Hintergrund fußt das Projekt seit 2012 erfolgreich auf zwei Hauptkomponenten:  

  1. Die kontinuierliche Ausbildung staatlicher Multiplikatoren im administrativ-strategischen Krisenmanagement, ergänzt durch die Ausstattung von Ausbildungseinrichtungen des tunesischen Zivilschutzes;
  1. Die technische Ausstattung operativer Einsatzkräfte (Einsatzfahrzeuge für die Vegetationsbrandbekämpfung in schwer zugänglichem Gelände, Krankentransportwagen und Einsatzmittel für die urbane Brandbekämpfung sowie Fahrzeuge zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen), begleitet von Schulungsmaßnahmen zur Einsatztaktik der Fahrzeuge. Zudem unterstützen das BBK und die Feuerwehr Frankfurt die tunesischen Partner konzeptionell im Rahmen der operativ-taktischen Ausbildung.

Grafik Projekt Schutz und Rettung von Menschen

Grafik Projekt „Schutz und Rettung von Menschen“ Quelle: BBK

Mit diesen Maßnahmen unterstützt das Projekt „Schutz und Rettung von Menschen“ nicht nur den tunesischen Zivilschutz auf nationaler Ebene, sondern flankiert durch die Ausbildung und Ausstattung auf Gouvernoratsebene gleichermaßen den jungen Dezentralisierungsprozess des Landes.

Die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main hat im Projekt folgende Aufgaben:

  • Fachliche Beratung der Projektleitung bei allen operativ-taktischen Fragestellungen und Mitwirkung bei der Gesamtausrichtung des Teilprojektes.
  • Mitwirkung bei der Erkundung vor Ort und bei der Auswahl von Standorten
  • Übernahme der Koordination bei der Erstellung von Konzepten und Unterlagen für die Aus- und Fortbildung
  • Konzeption, Planung, Beschaffung und Abnahme von Ausrüstungsgegenständen und Fahrzeugen
  • Unterstützung bei der Übergabe der Ausstattung an die tunesischen Partner
  • Durchführung von Einweisungs- und Schulungsmaßnahmen an Fahrzeugen und Geräten vor Ort sowie Schulungen zur Einsatztaktik

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Schulung von Einsatzkräften durch die Frankfurter Feuerwehr. Quelle: BBK

Der Aufbau und die Konsolidierung ehrenamtlicher Strukturen im tunesischen Bevölkerungsschutz werden in Tunesien durch ein separates Projekt der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) vorangetrieben, welches mit dem vorliegenden Projekt abgestimmt ist und dieses durch die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen (Hauptamt/Ehrenamt) synergetisch ergänzt. Die ehrenamtliche Einbindung der Bevölkerung in die staatlichen Strukturen der Gefahrenabwehr fördert zudem Transparenz und Akzeptanz sowie das Bewusstsein für eine gemeinsam getragene Verantwortung von Bürgern und Staat bei der Abwehr von Gefahren.

 

Weiterführende Links:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: https://www.bbk.bund.de

Deutsche Botschaft in Tunis: https://tunis.diplo.de/tn-de

Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.de

Länderinformationen des Auswärtigen Amts zu Tunesien: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/tunesien-node

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