Sonntag, 09 Juni 2019 09:19

Verstärkung für die Sondereinheit Wasserrettung

(iw) Acht Kollegen haben Ende Mai den Lehrgang zum Feuerwehrtaucher Stufe II erfolgreich abgeschlossen und können von nun an auf den Wachen 40 und 41 in der Wasserrettung eingesetzt werden.
Die umfangreiche Ausbildung teilt sich in zwei Blöcke von jeweils drei Wochen, in denen die Kollegen in Theorie und Praxis auf die Aufgaben als Feuerwehrtaucher vorbereitet werden.
Der erste Block fand vom 25.03. bis zum 12.04.2019 statt. In dieser Zeit wurde hauptsächlich die Theorie nach Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 8 vermittelt, dazu gehören Gerätekunde, die Kenntnis über Rechtliche Grundlagen, physikalische und physiologische Voraussetzungen, Tauchmedizin, Einsatzlehre und Notfallmaßnahmen für den Fall eines Tauchunfalls. In ersten Praxisanteilen in Schwimmbädern oder im Tauchturm auf der Feuerwache 40 im Osthafen, wurde der Umgang mit der Ausrüstung geübt. Der Lehrgang ist darauf ausgelegt, dass jeder die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher machen kann, ohne vorher einen Tauchschein zu besitzen. Erst in der dritten Woche ging es dann an den Main zu ersten Übungen, bei denen die Auszubildenden das gesamte Tauchmaterial draußen kennenlernen konnten.
Im zweiten Block, vom 06.05. bis zum 24.05.2019 wurde dann richtig viel getaucht und praktische Übungen durchgeführt. Zur praktischen Ausbildung gehören auch wieder einige Unterrichtseinheiten und insgesamt 50 Tauchgänge. Ein Tauchgang muss dabei mindestens 20 Minuten dauern. Um die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher Stufe II abschließen zu können, müssen davon mindestens 20 Tauchgänge in einer Tiefe von mehr als 10 Metern stattfinden. Da wir in Frankfurt solche Tiefen nicht haben, fand der zweite Block in der ersten Woche drei Tage in Mannheim und in der zweiten Woche komplett am Edersee statt.
Bei den Ausbildungstauchgängen haben die Taucher trainiert, verschiedene Arbeiten unter Wasser auszuführen. Es wurde genagelt und geschraubt, sie haben unterschiedliche Suchaufgaben ausgeführt, Knoten gemacht und Rettungsaufgaben erfüllt. In diesen intensiven zwei Wochen hatten die Taucher die Möglichkeit, extrem viele Tauchgänge abzuarbeiten, da sonst durch die Anfahrt an verschiedene Tauchstellen und den Auf- und Abbau, die dort wegfielen, doch immer einige Zeit in Anspruch genommen wird.
Durch zeitweise leider sehr schlechtes Wetter am Edersee und die schlichtweg große Anzahl an Tauchgängen, waren die Feuerwehrleute enorm hohen körperlichen Anstrengungen und Belastungen ausgesetzt. Aus diesem Grund muss vor der Ausbildung zum Feuerwehrtaucher eine separate körperliche Eignungsprüfung durchgeführt werden, die einmal jährlich von allen Feuerwehrtauchern wiederholt werden muss.
In der letzten Woche, der Prüfungswoche, haben die Tauchanwärter zur Vorbereitung auf die Prüfung dann nochmal verschiedene Einsatzszenarien im Main geübt. Die Prüfung bestand aus einem schriftlichen Test und einem praktischen Teil. Dabei wurde jeder einmal als Taucher und einmal als Signalmann geprüft. Unter Wasser mussten verschiedene Suchaufgaben nach vorgegebenen Suchschemata durchgeführt werden. Zusätzlich wurde eine Tonne angetaucht, in der sich ein Spielzeugauto befand. Dieses Auto musste genau auf Besonderheiten untersucht werden, die nach dem 20-minütigen Tauchgang dem Prüfer (im Realfall dem Einsatzleiter) möglichst genau wiedergegeben werden mussten. Der Signalmann wurde währenddessen einer kleinen mündlichen Prüfung unterzogen.
Zusätzlich zu den 8 neuen Feuerwehrtauchern haben ein Kollege von der Wache 40, sowie ein Kollege der Feuerwehr Mannheim die Prüfung zum Feuerwehrlehrtaucher Stufe II erfolgreich abgeschlossen.
Auch sie haben zuvor einen sechswöchigen Lehrgang besucht. Ihre Aufgaben bestanden aus der organisatorischen Leitung, sie hatten Telefonate mit der Leitstelle, der Hafenmeisterei, den verschiedenen, von Taucheinsätzen betroffenen, Schleusen etc. zu tätigen, mussten die Taucheinsätze anmelden, Abläufe koordinieren und Tauchgänge dokumentieren. Außerdem haben sie Speziallehrgänge zu Taucher-Notfällen besucht, und Übungen geleitet, in deren Szenarien ein Taucher in Not geriet. Zuerst mit Ankündigung und dann auch überraschend.
Zu ihrer Prüfung gehörten auch ein theoretischer, sowie ein praktischer Teil mit mündlicher Überprüfung. Zusätzlich wurde eine Lehrprobe eines gehaltenen Unterrichts auf der Wache durchgeführt und ein Abschnittsbericht verfasst, zu dem am Ende des Lehrgangs noch ein Vortrag gehalten werden musste.
Wir freuen uns über die Verstärkung unserer Sondereinheit Wasserrettung und gratulieren allen Kollegen ganz herzlich zur bestandenen Prüfung.

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