Sonntag, 07 Oktober 2018 12:00

SOGRO – Gemeinsame Rettungsdienst- und Sichtungsübung der Feuerwehr Frankfurt und des DRK Frankfurt

SOGRO – Gemeinsame Rettungsdienst- und Sichtungsübung der Feuerwehr Frankfurt und des DRK Frankfurt im Feuerwehr- und Rettungstrainingscenter (FRTC) am Samstag, den 6. Oktober 2018

Die Branddirektion Frankfurt am Main führte in Verbindung mit den im Rettungsdienst beteiligten Organisationen die Rettungsdienst- und Sichtungsübung „SOGRO 2018“ auf dem Gelände des Feuerwehr- und Rettungsdienst Trainingscenters (FRTC) durch. Im Rahmen dieser Übung wurde vornehmlich die Sichtung von Patienten unter Verwendung elektronischer Hilfsmittel verfolgt, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bewältigung einem Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV) und der damit verbundenen Maßnahmen zur Erstversorgung und Transport in Kliniken stehen. Ergänzend wurden zeitgleich in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) die Maßnahmen im Rahmen der Krankenhauseinsatzplanung geübt.

SOGRO (Sofortrettung bei Großunfall) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt für die Erstversorgung von Unfallopfern insbesondere beim MANV (Massenanfall von Verletzten). Ziel des Projekts ist eine bessere medizinische Erstversorgung und ein effektiveres Vorgehen der Rettungskräfte bei Großunfällen. Erforscht werden neue Ansätze, wie bei einem Großunfall (mit Hunderten von Verletzten) möglichst viele Menschenleben gerettet und Verletzte optimal versorgt werden können.

Im Jahr 2010 fand am Flughafen Frankfurt die größte Rettungsübung der letzten Jahrzehnte im gesamten Bundesgebiet, unter der Bezeichnung SOGRO MANV 500, statt. Aufgrund der positiven Ergebnisse, wurde der Forschungszeitraum verlängert, und es fand 2012 eine weitere Großübung SOGRO MANV 250 in der Fraport-Arena Frankfurt statt.

Das Besondere an diesen Übungen war der Einsatz einer IT Lösung zur nichtärztlichen Sichtung, also die Einordnung in Verletzungsgrade von Betroffenen oder Verletzten. Diese elektronische Infrastruktur ermöglicht, erforderliche Patientendaten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, im Rahmen der zivilen Sicherheitsforschung.

Aus den damaligen Ergebnissen geht das heutige System hervor, welches bei der am 6. Oktober 2018 durchgeführten Übung demonstriert wurde. Die Übung simulierte eine Explosion in einer U-Bahn. Zusätzlich erfolgten der Transport und die Weiterbehandlung der Patientendarsteller, in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (BGU).

Die Übung bestand aus zwei elementaren Bestandteilen:

Übungsbestandteil 1:
Während der Ausfahrt aus einer U-Bahnstation kam es in diesem Zug zu einer Explosion. Da sich Teile des Zuges zu diesem Zeitpunkt bereits auf freier Strecke befanden, konnten sich einige Personen selbst über die Notausgänge ins Freie retten. Durch Einheiten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden die Patienten gesichtet und nach den festgelegten Priorisierungen versorgt und in klinische Einrichtungen transportiert. Die Sichtung erfolgte unter Verwendung elektronischer Hilfsmittel, die im Rahmen des Projektes SOGRO entwickelt und durch IVENA-Hessen anwendungsfähig weiterentwickelt wurden. Die Versorgung und der Transport der Patienten orientierten sich am Sonderschutzplan für den Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV-Plan) der Stadt Frankfurt am Main.

Übungsbestandteil 2:
Die Verletztendarsteller wurden nach Abschluss des Übungsbestandteils 1 durch die vorhandenen Rettungsmittel in die BGU eingeliefert, um dort die reale Einlieferung von Patienten als Folge eines MANV für die Krankenhauseinsatzplan-Übung zu gewährleisten.

Vertreten waren neben dem Dezernenten der Feuerwehr, Stadtrat Markus Frank, auch Bundeskanzleramtsminister Prof. Dr. med. Helge Braun sowie Staatssekretär Dr. Michael Meister vom Bundesamt für Bildung und Forschung.

SOGRO MANV - Sofortrettung bei Großunfall mit Massenanfall von Verletzten

Die Sofortrettung bei Großschadenslagen mit einem Massenanfall von Verletzten (SOGRO MANV) ist Bestandteil des SOGRO Forschungsprojektes im Rahmen der zivilen Sicherheitsforschung. Bis zum Jahr 2005 folgte die Bewältigung einer solchen Schadenslage den allgemeinen und traditionellen Abläufen in der MANV (Massenanfall von Verletzten)-Versorgung. Es wurden Verletztenablagen eingerichtet, danach die Patienten in den Behandlungsplatz überführt, um dort nach der Einteilung in die jeweilige Sichtungskategorie (Festlegung des Verletzungsgrades) in Zelten bis zum Abtransport in ein Krankenhaus versorgt zu werden.

Hierbei wurde immer wieder ein enormer logistischer und personeller Aufwand zum Aufbau der Teilbereiche aufgewendet.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurden hierzu bisher folgende Übungen durchgeführt:

SOGRO MANV 500 (2010)

SOLIS (2011)

SOGRO MANV 250 (2012)

Fotos: Salome Roessler und Feuerwehr Frankfurt am Main

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