Donnerstag, 13 September 2018 10:00

Neue Drehleitergeneration der Feuerwehr Frankfurt offiziell vorgestellt

Fotos: Skander Essadi Fotos: Skander Essadi

Am 12. September hat Stadtrat Markus Frank, Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr gemeinsam mit dem Direktor der Branddirektion Karl-Heinz Frank auf der Feuer- und Rettungswache 4 in Sachsenhausen die neue Drehleitergeneration vorgestellt. Hierbei waren zahlreiche Presse- und Medienvertreter anwesend und konnten sich selbst in 30 Meter Höhe einen Einblick von dem Können der Drehleiter verschaffen. Gleichzeitig wurde man hierbei auch noch mit einem wunderschönen Blick über die Skyline bis hin zum Taunus belohnt. Das sehr gute Wetter sorgte zusätzlich für gute Stimmung.

 

Seit Mitte August 2018 ist die neue Drehleiter auf der Feuer- und Rettungswache 1 in Eckenheim im Dienst. Bis Anfang 2019 werden neun weitere Drehleitern dieses Modells hinzukommen und auf den anderen Wachen in den Dienst gehen. Für die Bedienung der Drehleitern ist eine gesonderte Schulung unserer Kolleginnen und Kollegen erforderlich.

Entstehung der neuen Generation:

Juni 1995 - Die Berufsfeuerwehr stellt einen neuen Drehleitertyp in Dienst. Großen Wert wurde bei der Entwicklung des Fahrzeuges auf eine verbesserte Manövrierfähigkeit gelegt; die Drehleiter soll den damals im Dienst befindlichen wendigen Voraus-Löschfahrzeugen (VLF) folgen können. Gewählt wurde daher ein schmales LKW-Fahrgestell mit nur 2,34 m Breite (statt 2,50 m). Die verbesserte Wendigkeit wird durch die erstmals bei einem Frankfurter Feuerwehrfahrzeug verwendete Nachlauf-Lenk-Achse erreicht. Das Fahrzeug wurde auf der Feuerwache Burgstraße stationiert und sollte sich insbesondere in den engen Straßen Bornheims bewähren.
Der damalige Prototyp bewährte sich und im Jahr 2001 wurden insgesamt acht Fahrzeuge dieses Typs bei der Feuerwehr Frankfurt in Dienst gestellt.

Im Jahr 2014 wurden die ersten Schritte zur Ersatzbeschaffung für die seit 2001 im Dienst befindliche Drehleitergeneration eingeleitet, um die Bestandsfahrzeuge fristgerecht durch Neufahrzeuge zu ersetzen. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern aller Abteilungen der Branddirektion gebildet, innerhalb welcher die Anforderungen an eine neue Drehleitergeneration erarbeitet wurden. Die Ergebnisse aus dieser Arbeitsgruppe dienten als Grundlage für das im Frühjahr 2015 eingeleitete, europa-weite Vergabeverfahren zur Lieferung von insgesamt zehn Drehleitern. Das Festhalten am Konzept des dreiachsigen Fahrgestells mit aktiv gelenkter Nachlaufachse, welches bei der Vorgängergeneration bereits Anwendung fand, war eine der Kernanforderungen der Arbeitsgruppe an die neue Fahrzeuggeneration.
Mit einem Wendekreisdurchmesser von 14,8 Metern ist die “Frankfurter Drehleiter“ so wendig wie kein anderes Fahrzeug dieser Klasse bei deutschen Feuerwehren.

Besonderheiten der Nachlauflenkachse:

  • sie lenkt bis 30 km/h voll innerhalb der vorgegebenen Lenkgeometrie und Fahrzeugkontur mit,
  • oberhalb von 30 km/h bis 55 km/h wird der Lenkeinschlag proportional zur zunehmenden Geschwindigkeit reduziert,
  • ab 55 km/h wird die Nachlauflenkachse starr geschaltet. Die Nachlauflenkachse lässt sich zum Zweck der Traktionserhöhung (Anfahrhilfe) der Antriebsachse um 400kg entlasten (Erhöhung der Aufstandskraft der Antriebsachse).

Als zweite Kernanforderung an die neue Fahrzeuggeneration wurde die Verwendung eines Leitersatzes mit Gelenkteil gestellt. Als Vorteil dieser Variante ist eine deutlich höhere Flexibilität im Rettungseinsatz zu nennen. So können beispielsweise Dachflächenfenster oder Mansarden besser erreicht werden, gleichzeitig lassen sich aber auch Einsatz-stellen im Unterflurbereich breiter abdecken.
Das hier vorgestellte Fahrzeug erfüllt nicht nur die durch die Feuerwehr Frankfurt gestellten, einsatztaktischen und technischen Anforderungen. Es erfüllt auch alle Vorgaben der einschlägigen Normen für Hubrettungsfahrzeuge und ist hinsichtlich der Sicherheits- und Umweltaspekte auf dem aktuellsten Stand.

Technische Daten:

  • Dieselmotor mit EURO VI – Technologie und einer Leistung von 220 kW (299 PS)
  • Automatikgetriebe,
  • ABS, ESP, Fahrerairbag, Bremsassistent und weitere Sicherheitssysteme
  • Gesamtgewicht des einsatzbereiten Fahrzeuges 15.700 kg
  • Gesamtlänge 10 Meter
  • Breite 2,45 Meter
  • Höhe 3,3 Meter
  • Wendekreisdurchmesser 14,8 Meter über alles
  • Wendekreisdurchmesser 13 Meter Stoßstange - Stoßstange
  • Rettungshöhe 30 Meter
  • Rettungskorb für 5 Personen oder 500 kg

Besonderheiten des Fahrgestells, des feuerwehrtechnischen Aufbaus und mitgeführter Ausrüstung:

  • Extrem wendiges Fahrgestell mit reduzierter Gesamtbreite
  • Leistungswerte des Leitersatzes liegen deutlich über den Normforderungen
  • Kranbetrieb bis zu 4.000 kg möglich
  • Kameraüberwachung des Rettungskorbes vom Hauptbedienstand
  • Wiederholfunktion, welche das mehrmalige, punktgenaue Anfahren eines Fensters ermöglicht und so die Rettung mehrerer Personen (z.B. Schulklasse) beschleunigt
  • Fest eingebauter Stromerzeuger zum Betrieb der elektrischen Verbraucher
  • Elektrischer Hochleistungslüfter mit Wassernebel- und Schaumerzeugungsfunktion
  • Wasserwerfer mit einer Leistung von bis zu 2.000 l/min
  • Lagerung für eine Krankentrage zur liegenden Rettung von Personen

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