Wasserrettung

Der Wasserrettungsdienst der Feuerwehr Frankfurt a. M.

Frankfurt wird durch die Bundeswasserstraße Main in Nord und Süd geteilt. An diesem Fluss, aber auch an den zahlreichen weiteren Gewässern innerhalb und außerhalb Frankfurts, ereignen sich immer wieder Unglücksfälle, die den Einsatz einer Wasserrettungseinheit notwendig machen.

Bereits 1928 wurde bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main der Dienstzweig „Wasserrettung“ ins Leben gerufen und bis in die Gegenwart stetig weiterentwickelt. Diese Sondereinheit der Berufsfeuerwehr ist auf der Feuer- und Rettungswache 40, im Frankfurter Osthafengebiet sowie auf der Feuer- und Rettungswache 41, am Niederräder Ufer stationiert.

Bis September 2003 war die ehemalige Feuerwache 3 (jetzt Feuer- und Rettungswache 2) in der Innenstadt das Domizil der Feuerwehrtaucher. Bei dem Neubau der Feuer- und Rettungswache 40 wurde auch ein Tauchturm für Übungszwecke integriert. Der Turm hat einen Durchmesser von drei Metern; die maximale Tauchtiefe beträgt zwölf Meter.

Im Jahr 2011 wurde die neue Feuer- und Rettungswache 41 bezogen, was auch zu einer Umstrukturierung der Wasserrettung führte: Bisher war das Rettungsschnellboot (RSB) und das Feuerlöschboot (FLB) am Molenkopf im Osthafen stationiert – mit Bezug der Wache 41 wurden auch beide Boote nach Niederrad verlegt. Hierfür wurde eine moderne Pontonanlage errichtet, die jetzt als Liegeplatz für die Einsatzmittel dient. Die Anlage verfügt unter anderem über eine eigene Werkstatt, um kleinere Arbeiten an Einsatzmittel zu erledigen. Die Besetzung von RSB und FLB wird durch die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache 41 sichergestellt.

Das Einsatzgebiet der Taucher sind in erster Linie die Gewässer im Stadtgebiet Frankfurt am Main und Umgebung. Hier sind im Besonderen der Main und die Hafenanlagen als Einsatzschwerpunkte hervorzuheben. Auf Anforderung werden auch überregionale Einsätze durchgeführt. Derzeit verfügt der Wasserrettungsdienst über 45 aktive Feuerwehrtaucher der Stufen 2 und 3. Davon besitzen 13 Beamte die Qualifikation zum Lehrtaucher. Verteilt auf drei Dienstgruppen, sind die Feuerwehrtaucher rund um die Uhr einsatzbereit.

Die Taucher nehmen ihre Aufgaben in einer Springerfunktion wahr. Sie sind grundsätzlich auf dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Feuer- und Rettungswache 40 eingesetzt und führen Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungseinsätze durch. Erst bei einem Einsatz für den Wasserrettungsdienst werden die beiden Fahrzeuge der Taucher besetzt. Das Rettungsschnellboot der Feuer- und Rettungswache 41 verfügt über eine feste Besatzung, die aus dem Schiffsführer und einem Decksmann besteht. Das Feuerlöschboot wird – wie auch bei den Tauchern – in Springerfunktion durch das Hilfeleistungslöschfahrzeug besetzt. Die Ausbildung zum Schiffsführer umfasst zahlreiche Lehrgänge, wie z.B. die Ausbildung zum Matrosenmotorenwart das Ablegen des D2-Patentes sowie ein Radarpatent.

Das Einsatzgebiet des Rettungsschnellbootes erstreckt sich in erster Linie auf den Main innerhalb der Schleusenhaltung. Der Tätigkeitsbereich des Feuerlöschbootes reicht flussabwärts bis zum Stromkilometer 10 in Höhe von Flörsheim und flussaufwärts bis zum Stromkilometer 77,2 an die Landesgrenze zu Bayern. In Ausnahmefällen werden auch weiter entfernte Einsatzstellen – z.B. auf dem Rhein – angefahren.

Unterstützt werden die Einheiten der Wasserrettung durch die Kollegen der Feuer- und Rettungswache 3, die bei Bedarf ein Mehrzweckboot unterhalb der Schleuse Griesheim in Springerfunktion besetzen.

Das Einsatzspektrum des Wasserrettungsdienstes

  • Menschenrettung in fließenden und stehenden Gewässern durch den Einsatz von Rettungsschwimmern und verschiedenen Wasserfahrzeugen
  • Tauch- und Bootseinsätze zur Suche vermisster Personen
  • Tauch- und Bootseinsätze zur technischen Hilfeleistung und Sachbergung
  • Bergung und Hilfeleistung bei Schiffshavarien
  • Abschleppen von havarierten Fahrzeugen
  • Wasserförderung bei Großeinsätzen
  • Boots- und Schiffsbrandbekämpfung
  • Eisrettung in fließenden und stehenden Gewässern

Funktionen im Wasserrettungsdienst (Besatzung Gerätewagen-Wasserrettung)

  • Taucheinsatzführer (Lehrtaucher): Idealerweise ist er in der Springerfunktion auch der HLF-Führer. Er ist für den Taucheinsatz verantwortlich und berät den Einsatzleiter an der Einsatzstelle.
  • Feuerwehrtaucher: Führt den Tauchgang durch.
  • Sicherheitstaucher: Steht an der Einsatzstelle zur sofortigen Rettung des Feuerwehrtauchers bei einem Notfall bereit.
  • Signalmann: Kontrolliert die Tauchausrüstung, führt die Signalleine und ggf. den Luftzuführungsschlauch, überwacht den Tauchgang und bedient die Kommunikationseinrichtung (Tauchertelefon).

Funktionen im Wasserrettungsdienst (Besatzung Feuerlöschboot und Rettungsschnellboot)

  • Feuerlöschboot: Besetzt durch die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges – Decksmänner, Matrosenmotorenwart, Schiffsführer
  • Rettungsschnellboot: Besetzt durch einen Decksmann und den Schiffsführer

Fahrzeuge des Wasserrettungsdienstes

GW-W
GW-Boot
RSB
MZB
FLB

Medien

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