Bild Taucher im Wasser Bild Taucher mit Boot an der Schleuse Bild Übung Eistauchen Bild Taucher bei der Vorbereitung am Main
Der Wasserrettungsdienst der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main

Die Metropole Frankfurt am Main ist nicht nur Finanz- und Handelszentrum, sondern auch Kulturstadt, Wissenschafts- und Industriestandort und nicht zuletzt auch ein international bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Mit knapp 670000 Einwohnern wächst Frankfurt wochentags durch Pendler bzw. bei diversen Großveranstaltungen zu einer Millionenstadt an. Geteilt durch die Bundeswasserstrasse Main in Nord und Süd, ereignen sich an diesem Fluss, aber auch an den zahlreichen weiteren Gewässern innerhalb und außerhalb Frankfurts, immer wieder Unglücksfälle, die den Einsatz einer Wasserrettungseinheit notwendig machen.

Bereits 1928 wurde bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main der Dienstzweig„Wasserrettung“ ins Leben gerufen und bis in die Gegenwart stetig weiterentwickelt. Diese Sondereinheit der Berufsfeuerwehr Frankfurt a. M. ist auf der Bereichswache 40, in der Franziusstrasse im Frankfurter Osthafengebiet, stationiert. Bis September 2003 war die ehemalige Feuerwache 3 (jetzt Bereichsleitungswache 2) in der Innenstadt das Domizil der Feuerwehrtaucher. Im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Branddirektion, verbunden mit dem Neubau der so genannten „Hafenwache“, wurden die Feuerlöschbootbesatzung und die Taucher auf einer Feuerwache, zumindest organisatorisch, zusammengeführt. Die Feuerlöschbootstation liegt nur wenige hundert Meter von der Bereichswache

40 entfernt und ist permanent mit zwei Feuerwehrbeamten besetzt. Durch die Konzentration von Tauchern und Feuerlöschboot an einem „Wasserrettungsstützpunkt“ wurde die Möglichkeit von regelmäßigen, gemeinsamen Übungen und Ausbildungsveranstaltungen vereinfacht und können jetzt noch effizienter gestaltet werden. Mit dem Neubau der Bereichswache 40 wurde auch ein Tauchturm für Übungszwecke integriert. Die max. Tauchtiefe beträgt 12 m, bei einem Durchmesser von 3 m. • Tierrettung im Bereich Gewässer

• Umweltschutzeinsätze beim Freiwerden wassergefährdender Stoffe

• Hochwassereinsätze

• Leichenbergung

• Hubschrauberrettung

Das Einsatzgebiet der Taucher sind in erster Linie die Gewässer im Stadtgebiet Frankfurt am Main und Umgebung. Hier sind im Besonderen der Main und die Hafenanlagen als Einsatzschwerpunkte hervorzuheben. Auf Anforderung werden auch überregionale Einsätze durchgeführt. Derzeit verfügt der Wasserrettungsdienst über 47 aktive Feuerwehrtaucher der Stufen 2 und 3. Davon besitzen 14 Beamte die Qualifikation zum Lehrtaucher. Verteilt auf drei Dienstgruppen ist so rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft gewährleistet. Die Wasserretter nehmen ihre Aufgaben in einer Springerfunktion wahr. Grundsätzlich auf dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Bereichswache 40 eingesetzt, werden Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungseinsätze durchgeführt. Erst bei einem Einsatz für den Wasserrettungsdienst werden die beiden Fahrzeuge der Taucher besetzt. Der Wasserrettungsdienst rückt zu seinen Einsätzen in Staffelstärke (1/5) aus.

Funktionen im WRD nach FwDV 8: (Besatzung GW-Wasserrettung)

• Taucheinsatzführer (Lehrtaucher) Idealerweise ist er in der Springerfunktion auch der HLF-Führer. Er ist für den Taucheinsatz verantwortlich und berät den Einsatzleiter an der Einsatzstelle.

• Feuerwehrtaucher Er führt den Tauchgang durch.

• Sicherheitstaucher Er steht an der Einsatzstelle zur sofortigen Rettung des Feuerwehrtauchers bei einem Notfall bereit.

• Signalmann

Er kontrolliert die Tauchausrüstung, führt die Signalleine, ggf. den Luftzuführungsschlauch, überwacht den Tauchgang und bedient die Kommunikationseinrichtung (Tauchertelefon).

Bild Tauchturm
Das Einsatzspektrum des Wasserrettungsdienstes (WRD) erstreckt sich auf grundsätzlich alle Einsätze an, auf und in Gewässern, wie z.B.:

• Einsatz von Rettungsschwimmern in fließenden und stehenden Gewässern

• Taucheinsätze zur Suche vermisster Personen

• Taucheinsätze zur Technischen Hilfeleistung und Sachbergung

• Hilfe bei Boots- und Schiffsunfällen

• Eisrettung in fließenden und stehenden Gewässern

Bild Hafenwache
Weitere Funktionen im WRD: (Besatzung GW-Boot)

• Führer GW-B (soll Lehrtaucher sein) Er ist verantwortlich für den Einsatz des Bootswagens. Die Anfahrt zur Einsatzstelle von GW-Boot und GWWasserrettung ist nicht immer identisch. Beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten das mitgeführte Boot, aufgrund der begrenzten Kranausladung, an der betreffenden Einsatzstelle zu Wasser zu lassen. Als Bootsführer fällt in seinen Verantwortungsbereich auch die korrekte Absicherung der (Tauch-) Einsatzstelle auf Bundeswasserstrassen. Ggf. wird er als Reservetaucher bzw. Signalmann eingesetzt.

• Maschinist GW-B

Er bedient den Bootswagen und wird ggf. Reservetaucher bzw. Signalmann. Je nach Einsatzlage wird der WRD von weiteren Einheiten unterstützt, wie z. B.:

• Feuerlöschboot

• Umweltschutzdienst

• Rettungsmittel (RTW, RTH, NEF)

• Hilfeleistungslöschfahrzeug(e)

Die Fahrzeuge des Wasserrettungsdienstes:

GW-Boot Vorgaben und Ziele des Fahrzeugs:

• Transportfahrzeug für das Rettungs boot (RB)

• Allradgetriebenes Fahrzeug, dass auch in unwegsamen Gelände bewegt werden kann

• Rüstwagen für technische Hilfeleistungen, speziell an Gewässern

Fahrzeugdaten und -ausstattung:

• Magirus Deutz Typ 192 D 11 FA

• Baujahr: 1983

• Länge 7450 mm, Breite 2500 mm, Höhe 3380 mm

• 6 Gang-Handschaltgetriebe

• Permanenter Allradantrieb mit Antriebsverteilung vorne 50 % hinten 50 %, Geländeuntersetzung, Hinterachsquersperre

• Dieselmotor 9,5 Liter R6 luftgekühlt mit 141 kW

• Standheizung

• festeingebauter Lichtmast

• Generator 20 kVA

• Treibmatikwinde 50kN

• Funkrufname Florian Frankfurt 40/59

Der GW-Boot wird in naher Zukunft durch einen neuen Bootswagen ersetzt. Im Moment läuft die konkrete Planung dieses Fahrzeuges, das dann die 4. Generation eines Bootswagens bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt darstellt.
Bild Bootswagen am Main
Bild Voraustaucherwagen